20. Jan 2012 um 20 | Lars
Was passiert, wenn alle Menschen gleichzeitig im Meer baden?
Auf der Welt leben etwas mehr als sieben Milliarden Menschen. Gebe es einen Anstieg des Meeresspiegels, wenn diese alle gleichzeitig im Meer baden würden? Darüber machte sich die Sendung „Kopfball“ des WDR Gedanken, indem sie mit einer Badewanne begann. Wie jeder weiß, steigt der Wasserspiegel hier, wenn man hineinsteigt, da das Wasser vom Körper des Badenden verdrängt wird. Weiter ging der Test mit 120 Schwimmern in einem Pool im Schwimmbad, wo der Wasserspiegel um ganze sieben Zentimeter anstieg. Als ich das im Infoterminal von www.ekiosk.de las, war ich doch sehr überrascht und schon gespannt auf das Endergebnis.
Für die nächsten Tests kam dem WDR ein Dr. vom mathematischen Institut zu Hilfe, der den Anstieg der Meeresoberfläche anhand der Anzahl der Menschen auf der Erde und der Wasserfläche, die ungefähr 70 Prozent der Erdoberfläche und damit 360 Millionen Quadratkilometer bedeckt, berechnete. Wichtig war dabei auch die Betrachtung, dass jeder Mensch an Litern ungefähr so viel Wasser verdrängt, wie viel er wiegt, also bei 60 kg z.B. ca. 60 Liter. Der Einfluss auf die Meeresoberfläche wäre aber dennoch sehr gering, sodass der Anstieg des Meeresspiegels nur ungefähr 0,000126 cm betragen würde, also ca. 1,26 Mikrometer. Aufgrund der Wellenbewegung des Meeres könnte man diesen geringen Anstieg nicht einmal messen. Zudem hätte bei dem Versuch jeder Mensch im Meer eine Fläche von mehr als 50.000 Quadratmetern zur Verfügung, sodass er ca. 225 Meter weit schwimmen müsste, um einen anderen Schwimmer zu treffen. Auch die Tatsächliche Durchführung eines solchen Experimentes dürfte eher schwierig werden. Mal abgesehen von der Tatsache, dass wohl kaum alle Menschen gleichzeitig an irgendeinem Strand der Erde zu versammeln sind, auch wenn man an einem schönen Sommertag beim Urlaub auf Usedom an manchen Stränden beinahe das Gefühl bekommen könnte, es wäre schon so. Die Gesamtküstenlänge der Erde beträgt geschätzt 1 Million Kilometer, Steilküsten eingerechnet. Stellt man alle Menschen der Erde nebeneinander auf, so ergibt das eine Kette von gut 34 Millionen Kilometern Länge. Also müsste sich jeder in einer Schlange von 34 Badenden anstellen und warten, bis die anderen weit genug geschwommen sind, dass er auch ins Wasser dürfte. Nehmen wir die 225 Meter Abstand, die, damit sich der Anstieg gleichmäßig verteilt, zwischen den Schwimmern liegen müssten, so müsste der vorderste Schwimmer jeder Reihe knapp 8 Kilometer Schwimmen, damit auch der letzte ins Wasser kann. Der Abstand zum Nebenmann ist damit aber noch nicht erreicht. Sie können also beruhigt zum Usedom Hotel an die Ostsee fahren und brauchen sich auch an heißen Tagen, wenn Strand und Meer überfüllt scheinen, keine Gedanken zu machen.
